Leserbrief zu „Eine luftige Vision“ in der NP v. 21.12.18 (Seilbahn für Kronach)

Es geht vorbei an jegliche Realität, wenn der Landtagsabgeordnete der CSU Jürgen Baumgärtner, Barcelona als Idee, Vorbild oder was weiß ich für einen Seilbahnprojekt in Kronach her nimmt. Noch dazu meint er, ein Kilometer Seilbahn wäre für zwei Millionen Euro zu haben. In Koblenz kosteten im Jahr 2010, 890 Meter ca 12 Millionen Euro.

Andere Stadträte stellen den ökologischen Aspekt einer Seilbahn in den Vordergrund, wieder andere meinen, so eine Seilbahn könne die Festung oder „Obere Stadt“ in Kronach erschließen. Ja, das ginge schon mit dem Erschließen, aber mit Millionen von Schulden jedes Jahr.

Als Vorbild dient die Seilbahn in Koblenz. Ein paar Zahlen zu Koblenz und Kronach: Koblenz hat ca 115000 Einwohner und 750000 Übernachtungen im Jahr, Kronach 18000 Einwohner und rund 40000 Übernachtungen.

Mit der Seilbahn in Koblenz werden jährlich rund 750000 Einzelfahrten unternommen. Um auf diese rentierlichen Zahlen zu kommen müsste jeder Tourist bei seinen Aufenthalt in Kronach zweimal Seilbahn fahren und jeder Bürger des Landkreises nochmals zehn mal im Jahr – utopisch !!!

Eine Einzelfahrt in Koblenz kostet 8 €, Kinder 4,50 €. Erschließung Festung ??? „Obere Stadt“ ??? Wer soll sich das denn leisten können?

Die Koblenzer Seilbahn verbraucht jährlich ca 2 Mio kwh Strom, ein elektrischer Kleinbus ungefähr 40000 kwh/Jahr bei 200 km täglich.

Aber: ich lasse mich gerne eines besseren belehren, wenn Jürgen Baumgärtner und Winfried Lebok kurzfristig die Planung und Finanzierung einer rentable Seilbahn auf die Beine stellen. Nur sollten sie dazu klare Fakten liefern um später nicht sagen zu können – puhh, da formiert sich Widerstand und dieses Projekt sei wegen mangelnder Unterstützung aus der Region nicht möglich.

Ich hab da einstweilen einen anderen Vorschlag.

Die Stadt Kronach lässt, unterstützt von einem bay. Förderprogramm, einen elektrischen, aus stadteigener Solaranlage gespeisten, behindertengerechten Kleinbus im halb Stundentakt durch die Stadt fahren. Vom Innenhof der Festung Rosenberg, durch die Altstadt, Bahnhof, Siedlung, Kreuzberg, Schwimmbad, Krankenhaus zurück zur Festung. Dies bedeutet 10 Km pro Fahrt, das täglich 20 mal, sind 200 km am Tag, mal 365 Tage, – bedeutet weniger als 40000 kwh Stromverbrauch bei geringer Umweltbelastung. Eine Mitfahrt könnte 1 € kosten, nicht 8 € wie bei einer Seilbahn.

Davon würden alle profitieren! Vor allem Kronacher Bürger/innen, Touristen, Jugendherbergsnutzer, die empfindlichen Gewölbe der „Oberen Stadt“, der Geldbeutel, die Umwelt, einfach alle.

Allerdings, als Highlight würde so eine Seilbahn sicherlich gut sein, Man könnte aber auch genauso gut als utopische Alternative einfach mal 99 Heißluftballons über Kronach stellen, natürlich zum einklinken, in den städtischen Farben rot/weiß und und und.

Franz Köstner

Bündnis90/Die Grünen

KV Kronach

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