Rede v. Dr. Peter Witton zum Jahresabschluss 2018 im „Alten Rathaus“ in Kronach

Sehr verehrte Gäste, hier im Saal,

auch von mir, als letztem, (dem Stadtrat der Grünen), einen herzlichen Glückwunsch – an die jungen Preisträger und an diejenigen, die mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet werden. Im Folgenden will ich auf einige Themen eingehen, die mir am Herzen liegen und die nicht so im Blickfeld liegen. Ausdrücklich möchte ich mich dem Dank der Vorredner anschließen und dem Bürgermeister gute Besserung wünschen.

Meine Vision vom letzten Jahr, die Voraussetzung zu schaffen, dass Kronach fahrradfreundliche Kommune wird, ist diesem Ziel deutlich näher gekommen. Kronach hat einen Fahrradbeauftragten, den stell-vertretenen Werkleiter (Johannes Meitner), der die Schwerpunkte eines Konzeptes erarbeitet. Auch Ehrenamtliche wie von der Gruppe „Rad-Orte“ unterstützen dieses Ziel. Eine „Beradelung“ von Kronach mit einem Prüfungsteam soll im April stattfinden. Ziel ist es, dass sich Bürger im Alltag öfters aufs Fahrrad schwingen und sich dabei sicher fühlen. Besorgniserregend ist allerdings der Vandalismus am Bahnhof , jetzt über die Weihnachtstage, bei dem fast alle dort abgestellten Räder schwer beschädigt wurden,.

Glyphosat: an diesem „Unkraut-Vernichter entzünden sich viele Gemüter. Mein Ziel ist es als Arzt, dass jeder, der dieses Mittel, teilweise noch in Kombination mit anderen nutzt, informiert ist, über die vielfältigen Nebenwirkungen. Wenn jemand die Wildkräuter auf seinen Feldern, im eigenen Garten oder seiner Christbaumanpflanzung mit Glyphosat vernichten möchte, damit er mehr Ertrag hat, es manierlich aussieht oder die Bäume 1-2 Jahre eher die verkaufsfähige Größe erreichen, dann soll er um die enormen Gefahren, die mit diesem Stoff verbunden sind, wissen. Die Lobby der Zigarettenindustrie war mit ihrer Verharmlosungsstrategie, die jetzt beim Glyphosat angewandt wird, jahrzehntelang erfolgreich. Die Folgen des Rauchens habe ich leider als Arzt genügend kennengelernt.

Elektro-Mobilität: Wer diese Technik wirklich als eine wichtige Komponente einer klimafreundlichen Mobilität will, muss auch preisgünstige Lademöglichkeiten im privaten, wie im dienstlichen Bereich schaffen, besonders bei Neubauten und Sanierungen. Warum nicht zukunftsorientiert, statt Parkplatzerweiterung, ein Parkdeck nach Baukastensystem, Photovoltaik und Lademöglichkeit für Bedienstete. Weniger Versiegelung und Witterungs – Schutz für die Fahrzeuge im Sommer wie im Winter. Beispiele zeigen, dass sich das finanziell rechnet.

Integration von Geflüchteten: der Arbeitskreis Asyl und die Flüchtlingshilfe des Landkreises Kronach haben ein enorm gutes Programm ins Leben gerufen unter anderem mit gemeinsamen Kochen, Backen und Veranstaltungen jeden Dienstag im Amt für Landwirtschaft und Forsten. Am Weihnachtsfest nahmen über 70 Menschen, aus Deutschland, Afrika und Asien teil. Die offizielle Anerkennung dieser Arbeit ist allerdings noch ausbaufähig.

Krankenhaus: Für die Helios-Frankenwald – Klinik wünsche ich mir unter dem neuen Geschäftsführer, dem fünften, den ich seit der Privatisierung erlebe, dass personal politisch Ruhe einkehrt. Wir brauchen gute Pflege und engagierte Ärzte. Ich wünsche mir eine zukunftsorientierte, langfristige Planung, die das Fortbestehen der Klinik in seiner bisherigen Struktur zum Ziel hat.

Papst Franziskus hat in der Christmette die unersättliche Gier des Menschen und seine Folgen zum Thema gemacht. Ein Nachdenken über Profitmaximierung ist unbedingt erforderlich.

Alles Gute für das Neue Jahr.

Ich danke für die Aufmerksamkeit

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