Vetternwirtschaft im Kronacher Stadtrat
Praktisch auf Zuruf genehmigen Stadträte (6) der CSU, darunter der 3. Bürgermeister B. Liebhardt, Kreisvorsitzender, J. Geisler (MdB), Stadträte der SPD (3), darunter Bürgermeisterkandidat R. Völkl, S. Gross (MdL), Stadträte (3) von „Zukunft Kronach“, und der AfD (1) einen kurzfristig von Bernd Liebhardt eingebrachten Antrag, der Schützengesellschaft 500.000 € für die Modernisierung ihres Pistolenschießstands zu genehmigen.
Dabei lagen zum Zeitpunkt der Abstimmung keine faktenbasierten Informationen vor. Nichts über Einnahmen, nichts über Ausgaben, kein Kostenvoranschlag, einfach nichts. Doch Jürgen Baumgärtner, MdL, hatte vorher kräftig die Werbetrommel gerührt und damit gedroht, das Schützenfest – ein Kultfest für den ganzen Landkreis – sei bei einer Ablehnung des Zuschusses in Gefahr.
Mit 13 gegen 11 Stimmen der Vernunft, darunter die 1. Bürgermeisterin Angela Hofmann, ging dann der Antrag auch tatsächlich durch.
Keine Idee der Befürworter wie das Schützenfest auf eine stabile Grundlage gestellt werden kann, sei es durch Einbeziehung des Landkreises (prägend für die Kultur im Landkreis), sei es durch eine gemeinnützige gGmbH (ähnlich „Kronach leuchtet“), sei es durch Crowdfunding, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, um die nötigen Investitionen mit solventen und zugeneigten Bürger/innen zu stemmen – einfach nichts.
Kann man nur hoffen, dass den Befürwortern die Entscheidung nicht auf die eigenen Füße fällt und kein anderer Verein im Stadtgebiet auf die Idee kommt, einen finanzkräftigen Antrag mit der Begründung zu stellen, dass auch er für das kulturelle Leben unverzichtbar ist.
Franz Köstner

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