Grüne Kronach diskutieren innovative Wohnkonzepte: Stammtisch mit Expert*innen aus Politik und Praxis

Pressemitteilung:

Kronach, 20. Februar 2026 – Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Kronach lud am 12. Februar zu einem öffentlichen Stammtisch unter dem Motto „Neue Wege im Wohnungsbau“. Vor Interessierten diskutierten Gisela Raab, Geschäftsführerin der RAAB-Baugesellschaft, die oberfränkische Landtagsabgeordnete und baupolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion Ursula Sowa sowie der lokale Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner über nachhaltige und sozial gerechte Lösungen für die Wohnraumversorgung in der Region.

„Kronach ist eine Hochschulstadt und braucht dringend kleine, bezahlbare Wohnungen für Studierende und junge Menschen“, betonte Edith Memmel, Kreisvorsitzende der Grünen Kronach. „Gleichzeitig stehen viele ältere Menschen vor der Herausforderung, ihre oft sanierungsbedürftigen Häuser zu bewirtschaften. Hier braucht es kreative Ansätze, die ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit verbinden.“

Gisela Raab stellte verschiedene Wohnmodelle vor, die im Landkreis Coburg bereits erfolgreich umgesetzt werden. Dazu zählen flexible Konzepte wie „Flexi-Wohnen“, ambulante Wohnformen sowie seniorengerechte Angebote mit Betreuungsservice. Besonders hervorgehoben wurde das Genossenschaftsprojekt in Redwitz: Miteigentümer*innen können durch geförderte Genossenschaftsanteile (15 Prozent Tilgungszuschuss) unterstützt werden – allerdings nur bei einer Rücksicherung von rund 100.000 Euro. Zudem setzt Raab auf nachhaltige Baustoffe wie Käferholzbausteine, Hanf und Lehm, die jedoch aktuell noch höhere Kosten verursachen als konventionelle Materialien.

Ursula Sowa informierte über den „Gebäudetyp E“, ein experimentelles Baukonzept, das auf nicht zwingend erforderliche Normen und Komfortstandards verzichtet. „Aktuell gibt es in Bayern bereits 19 Projekte nach diesem Modell, darunter ein Vorhaben in Ingolstadt mit 15 Wohneinheiten“, erklärte Sowa. „Durch massive Wände und den Verzicht auf Keller oder Tiefgaragen wird besonders energieeffizient gebaut – und das deutlich schneller und günstiger.“ Zudem plädierte sie für politische Rahmenbedingungen wie die Abschaffung der Grunderwerbssteuer für das erste Eigenheim, Erbpachtrecht und niedrige Bauzinsen.

Ein weiteres Thema war die Umnutzung von Leerstand, etwa durch temporäre Mietmodelle oder die Umwandlung von Bürogebäuden in Wohnraum. „Allein durch den Umbau von Gewerbeimmobilien könnten bundesweit 1,1 Millionen Wohnungen entstehen“, so Sowa. „Diese Chance müssen wir nutzen.“

Edith Memmel kündigte an, beim nächsten Stammtisch das Pilotprojekt „Sicher mieten“ aus Tirol sowie das Wohnprojekt „Wahlfamilie Sonthofen e.V.“ vorzustellen. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Kreisverbands.

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